AKTUELLES

Marktanalsyse

Klaus Hinkel
Vorstand der HINKEL & Cie. Vermögensverwaltung AG

DAX: Krieg belastet die Stimmung


Liebe Leserin, lieber Leser,

das Analysten-Team des Anlegerbriefs berät uns bei der Titelauswahl von Value Perlen des  Value Stars Deutschland Index. Dieser Index ist über das outperformance Value Star Deutschland-Zertifikat mit einer kumulierten Performance seit Emission im Dezember 2013 von + 217,5% versus DAX 52,4% (Stand 28.02.2022) erwerbbar.
Auf das Jahr heruntergebrochen stellt diese Entwicklung im Index-Zertifikat eine jährliche Rendite von 15,2% p.a. dar. Der DAX kam im gleichen Zeitraum nur auf eine Rendite von 5,3% p.a.

Zudem erstellt der Chefredakteur des Anlegerbriefs, Dr. Adam Jakubowski, Berichte zu aktuellen Marktgeschehnissen und Marktanalysen, die wir Ihnen Dank seiner freundlichen Unterstützung gerne unterbreiten:

Rückblick

Trotz des gewaltigen Aufmarsches russischer Truppen an der Grenze zur Ukraine war es lange Zeit schwer vorstellbar, dass Putin tatsächlich den Plan verfolgt, die gesamte Ukraine zu erobern. Doch genau dieses Szenario nimmt nun dramatisch seinen Lauf. Der erste Testballon, die Anerkennung der Separatistengebiete im Osten als unabhängig und die Entsendung von Soldaten in diese Gebiete, hat zwar erwartungsgemäß Sanktionen des Westens nach sich gezogen, aber die Reaktion ist keinesfalls so drastisch ausgefallen, dass sie eine stark abschreckende Wirkung entfaltet hätte. Darauf hat Putin am Donnerstag, 24.02.22, schließlich die totale Eskalationsstufe gezündet mit dem erklärten Ziel, die Regierung der Ukraine zu beseitigen und diese somit de facto durch russische Statthalter zu ersetzen. Das will er nun mit der Besetzung des ganzen Landes erzwingen. Für Europa bedeutet das eine sehr negative Zeitenwende. Eine Phase des Friedens und der zumindest wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit dem gefährlichen Nachbar Russland ist zu Ende. Die mittel- bis langfristigen Konsequenzen sind aktuell noch schwer abschätzbar. Auf jeden Fall ist die unmittelbare Bedrohungslage für osteuropäische Länder, insbesondere das Baltikum, dramatisch gestiegen. Und die deutsche Energiepolitik, die stark auf russisches Erdgas gesetzt hat, liegt in Trümmern. Nach der Rückkehr hoher Inflationsraten ist das ein zweiter Schock für die Märkte, der schwer zu verdauen ist. Bitter ist, dass dieser in eine Phase fällt, in der sich die Wirtschaft gerade anschickte, von den Engpassproblemen des letzten Jahres zu erholen. Der IFO-Index ist im Februar zum zweiten Mal in Folge gestiegen, mit der Ukrainekrise dürfte die Stimmung aber wieder nach unten kippen.

Auch wenn wir von einer Stabilisierung an der Börse ausgehen, ist der Kurseinbruch an den Märkten vor diesen Hintergrund noch keine große Kaufgelegenheit.

Nun wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen.
Ihr Klaus Hinkel

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