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Marktanalsyse

DAX: Klappt es dieses Mal endlich?

Investment-Barometer: Öl und Zinsen als Bremsklötze

Liebe Leserin, lieber Leser,

das Analysten-Team des Anlegerbriefs berät uns bei der Titelauswahl von Value Perlen des  Value Stars Deutschland Index. Dieser Index ist über das outperformance Value Star Deutschland-Zertifikat mit einer kumulierten Performance seit Emission im Dezember 2013 von +198,7 % versus DAX +175,64 % (Stand: 04.09.2026) erwerbbar.

Zudem erstellt der Chefredakteur des Anlegerbriefs, Dr. Adam Jakubowski, Berichte zu aktuellen Marktgeschehnissen und Marktanalysen, die wir Ihnen Dank seiner freundlichen Unterstützung gerne unterbreiten:

Rückblick

Als Tiger gesprungen, als Bettvorleger gelandet – dieser Spruchklassiker passt hervorragend auf die Performance der USA im Irankonflikt. Das Mullah-Regime sollte schnell in die Knie gezwungen werden, doch damit ist die Supermacht komplett gescheitert. Und jetzt bekommt sie die – vorher genauso prognostizierten – fiesen Nebenwirkungen nicht in den Griff, insbesondere die weitgehende Schließung der Straße von Hormus, die den Ölpreis auf hohem Niveau hält und die Inflation treibt. Man kann nur hoffen, dass die US-Regierung in den Midterm-Wahlen die Quittung für dieses Desaster bekommt.

Aktuell haben mal wieder ein paar Attacken stattgefunden, die am Grundproblem aber nichts ändern. Der Ölpreis (Sorte Brent) ist infolgedessen zwischenzeitlich auf mehr als 95 US-Dollar gesprungen, damit hat er sich für den Moment auf hohem Niveau, zwischen ca. 80 und 100 US-Dollar eingependelt. Für Trump ist das brandgefährlich, denn das facht die Inflation an – und die Marktrenditen. Die Rendite von 30-jährigen US-Bonds war im Juni über die markante Marke von 5 % gesprungen und hat seitdem weiter zugelegt, auf zuletzt knapp 5,3 %. Die Anleger macht die Mischung zunehmend nervös, das hat nun zu größeren Gewinnmitnahmen geführt.

Saisonal ist das passend, denn mit dem September hat eine des Öfteren schwache Phase an den Börsen begonnen. Sofern allerdings keine größeren negativen geopolitischen Ereignisse eintreten, könnten sich dadurch Kaufchancen ergeben. Denn das Konjunkturumfeld hat sich gerade in Deutschland trotz allem aufgehellt (siehe S. 3), was sich zuletzt in einer robusten Performance von Nebenwerten gezeigt hat. Das macht Hoffnung auf einen positiven Jahresaus-klang – sofern neue Schocks ausbleiben.

Nun wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen.
Ihr Klaus Hinkel

Der DAX hat zuletzt wieder einen kleinen Rückschlag hinnehmen müssen, dennoch hält er sich nah am jüngst markierten Allzeithoch. Rückenwind könnte von der Konjunktur kommen.

Der Ukrainekrieg mit dem Energiepreis- und Inflationsschock war die große Trendwende für die deutsche Wirtschaft und insbesondere für die Industrie, die in den Rezessionsmodus verfiel und im Nachgang dort verharrte. Es gab in den letzten Jahren zwar mehrere Anläufe, um zurück in den Wachstumsmodus zu finden, doch das geopolitische Störfeuer hat die Erholung mehrfach abgewürgt. Aktuell sieht es so gut aus wie lange nicht, doch hält der gestartete Aufwärtstrend dem Gewürge im Irankonflikt stand?

Trump würgt ersten großen Erholungsversuch ab

Es dauert, bis Unternehmen so markante und belastende Ereignisse wie den Energiepreisschock von 2022 verarbeiten. Die deutsche Industrie befand sich infolgedessen sowohl 2023 als auch 2024 im Rückwärtsgang, bevor sich dann Anfang 2025 eine deutliche Besserung abzeichnete. Dann kam allerdings die Zolloffensive von Trump, die recht explizit auch die deutsche Exportwirtschaft angegriffen hat, und die Wachstumskräfte erlahmten erneut und wichen einer Stagnation.

Ist das die Wende?

Es ist aber nicht so, dass die Unternehmen einfach auf die Weltwirtschaft starren und auf eine Erholung hoffen. Auf mikroökonomischer Ebene finden viele Anpassungsprozesse statt, um auch in dem geänderten Umfeld zurück in den Wachstumsmodus zu finden. Da in jüngster Zeit auch die Bundesregierung den Eindruck erweckt, dass sie zumindest versucht, den Reformstau und die mangelhafte Infrastruktur anzugehen, hat sich die Lage im laufenden Jahr deutlich aufgehellt. So befindet sich der deutsche Industrie-Einkaufsmanagerindex mit zuletzt 54,3 Punkten klar im Expansionsmodus und auf dem höchsten Stand seit mehr als vier Jahren. Flankiert wird das Ganze durch einen positiven Trend in 2026 sowohl in der Eurozone insgesamt als auch in den USA.

Fazit

Nach einer ungewöhnlich langen und schwierigen Phase könnten sich die Expansionskräfte in der deutschen Industrie im laufenden Jahr endlich wieder durchsetzen, was auch für den DAX, den deutschen Aktienmarkt insgesamt und unsere Depotauswahl eine gute Nachricht wäre.

Leider gibt es noch ein „aber“: Sollten sich die negativen Entwicklungen (insb. Ölpreis), die aus dem ungelösten Irankonflikt resultieren, noch deutlich länger ziehen oder gar verschärfen, könnte das den Trend erneut abwürgen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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